Veranstaltungsbericht: Bone Regeneration – Meet the Experts

Kleinostheim, September 2016 – Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Michael Jagodzinski, Krankenhaus Schaumburg,  trafen sich namhafte Referenten aus Forschung und Klinik am 24. September 2016 in Frankfurt am Main zu einem Expertensymposium rund um das Thema Knochenregeneration.

Das Tagesprogramm war mit 15 Beiträgen prall gefüllt. Universitäre Forscher und erfahrene Kliniker aus der orthopädischen Chirurgie, Unfallchirurgie und der Wirbelsäulenchirurgie beleuchteten unterschiedliche Aspekte moderner Knochenersatzmaterialien und präsentierten ihre umfassenden wissenschaftlichen und klinischen Ergebnisse.

Grundlagen der Knochenregeneration und Entwicklungsrationale

Zum Einstieg vermittelte Dr. Fabian Peters, Technischer Leiter der curasan AG, die biologischen Grundlagen und die Rationale bei der Entwicklung der synthetischen  β -TCP-Keramik CERASORB® und deren Produktvarianten, die aus dem vor 20 Jahren geschaffenen ursprünglichen Granulat hervorgehen.

Dr. Peters beschrieb in seinem Vortrag die Komplexität und biologische Einzigartigkeit des menschlichen Knochens und weshalb es sich die curasan AG zur Aufgabe gemacht hat, Biomaterialien zu erforschen und anzubieten, die dabei helfen Knochen zu regenerieren. Mit den heutigen Kenntnissen sei die Behandlung mit biologischen oder teilsynthetischen Materialien unnötig, denn mit Knochenaufbaumaterialien auf der Basis von Calciumphosphaten könne eine komplette Knochenregeneration erreicht werden. Dr. Peters stellte die verschiedenen Applikationsformen auf Basis von CERASORB®, ihr Prinzip und ihre Funktionsweise vor. Seit Markteintritt 1997 seien weltweit über 1,6 Millionen Anwendungen mit dem Knochenregenerationsmaterial vorgenommen worden, ohne dass es bisher eine einzige dokumentierte Nebenwirkungsmeldung gegeben habe.

Die der Produktentwicklung zugrunde liegende Rationale ist in Tierstudien nachvollziehbar belegt. Dies zeigte Frau Prof. Dr. Christine Knabe-Ducheyne, Philipps-Universität Marburg, mit beeindruckenden histologischen Befunden aus ihrer langjährigen universitären Forschungsarbeit. Ihre Daten bestätigten die hervorragend auf die natürliche Knochenbiologie ausgerichteten Eigenschaften der curasan-Keramiken.

Drs. Friso W. M. Langen, iMove Medical BV, Niederlande, erläuterte die Funktion bzw. Mehrfach-Bedeutung eines in den Defekt eingebrachten Gerüsts für die Knochenregeneration anhand des sogenannten „Hexagon Models“ für Knochenersatzmaterialien, einer Weiterentwicklung des „Diamond Cencepts“. Danach ist ein Zusammenwirken verschiedener Faktoren, wie mechanische Stabilität, Einbringen einer Matrix als Leitschiene für einwachsende Zellen, eine gute Vaskularisation und ausreichende Anzahl von Wachstumsfaktoren grundlegend für eine ungestörte Knochenheilung.

Prof. Dr. Michael Jagodzinski, Krankenhaus Schaumburg, referierte über Alternativen zur Therapie von Knochendefekten kritischer Größe, wobei er sich besonders mit Defekten an den langen Röhrenknochen auseinandersetzte. Nach seinen Erfahrungen können ersatzstarke Lager wahlweise mit Segmenttransport oder porösen Trägern rekonstruiert werden. Ersatzschwache Lager müssen konditioniert werden. Gold Standard bliebe der Segmenttransport, wobei das ideale Scaffold der Zukunft  keine Spuren hinterlassen sollte.

 

Praktische Aspekte und klinische Erfolge

Seit vielen Jahren gehört der erfolgreiche Einsatz von CERASORB® auf internationaler Ebene bei ganz unterschiedlichen Indikationen zum Klinikalltag. Die Referenten hatten dazu einen bunten Strauß anschaulicher Fallbeispiele und Ergebnisse klinischer Studien mitgebracht.

Eine prospektive Studie von Dr. Andreas Breil-Wirth, Johanna-Etienne-Krankenhaus, Neuss, mit 55 Patienten bescheinigt die erfolgreiche Anwendung von CERASORB® Foam beim Knochenersatz in verschiedensten  orthopädischen Indikationen. Er fand keinen Unterschied des Therapieerfolgs durch Zugabe von autologer Spongiosa, keine Fehllage des keramischen Materials im post-operativen Röntgenbild, keine Komplikationen, wohl aber sehr gute Verarbeitungseigenschaften und eine sehr gute Verträglichkeit.

Bei kleinen Defekten in der ambulanten Chirurgie setzt Dr. Christoph Jaschke, Praxisklinik im Stühlinger, Freiburg/Breisgau, auf CERASORB® Paste. Ob bei Pseudarthrose oder Zysten – kleine Knochendefekte können seiner Erfahrung nach durch Paste und/oder Granulat problemlos aufgefüllt werden. Für Dr. Jaschke bietet dies den großen Vorteil, dass so eine zusätzliche Spongiosa-Entnahme an einem zweiten OP-Gebiet vermieden wird und durch die schnellere postoperative Mobilisation auch die Behandlungskosten reduziert werden können.

Im Namen des kurzfristig an der Teilnahme verhinderten Dr. Alfred A.J. Gruber, RTZ Nürnberg, trug Dr. Wolf-Dietrich Hübner, scheidender Medical Director bei curasan, dessen Ergebnisse aus der Anwendung von CERASORB® und CERASORB® M-Granulaten in der orthopädischen Unfallchirurgie, Hand- und Fußchirurgie vor. Von 1997 bis 2013 behandelte Dr. Gruber 106 Patienten und dokumentierte für einen großen Teil der Fälle Langzeitdaten, welche die hervorragende Eignung des Produkts belegen. β-TCP CERASORB® hat sich in diesen Indikationen über 10 Jahre als leicht anzuwendendes, sicheres, gut resorbierbares und eine vollständige knöcherne Regeneration ermöglichendes Knochenregenerationsmaterial erwiesen.

PD Dr. Dorothea Daentzer, Diakovere Annastift GmbH, Hannover, berichtete von einer nicht-interventionellen, monozentrischen Prüfung bei Patienten mit lumbaler Spondylodese, wobei sie verschiedene Segmente unter Verwendung des CERASORB® Keramik-Kollagen-Foams mit autologem Knochen fusionierte. Sie lobte die gute Handhabbarkeit des Materials und die damit erzielte zuverlässige Spondylodese.

Um die Wirbelsäulenchirurgie drehte sich auch der Vortrag von Dr. Axel Reinhardt, Oberlinhaus Oberklinik, Potsdam. Er verwendet CERASORB® Foam nicht nur zur Cagefüllung, sondern hält das Material dank seiner Formbarkeit und der festen Einbindung der keramischen Partikel in die kollagene Matrix zudem besonders gut geeignet für die Auffüllung der Cages für die Zwischenwirbelräume und zur posterolateralen Anlagerung. Die guten klinischen Ergebnisse ohne zusätzliche Knochenentnahme am Becken haben ihn davon überzeugt, dass dieses Knochenregenerationsmaterial für die Wirbelsäulenchirurgie eine empfehlenswerte Lösung bietet.

Dr. Peter Schütz, ÄKS, Mannheim, der seit vielen Jahren Erfahrung mit synthetischen Materialien in der orthopädischen Chirurgie und Endoprothetik gesammelt hat, konnte mit einem Überblick über erfolgreiche Behandlungen die Vorteile des keramischen Materials CERASORB® bestätigen. Auch bei Patienten mit komplizierten Situationen, z.B. Hüftgelenksrevisionen, erzielte er gute Ergebnisse.

Die aus den Niederlanden angereisten Referenten Dr. Vincent M. de Jong, Academic Medical Centre Amsterdam, und Dr. G. Roukema,Maasstad Hospital Rotterdam,  sowie L.L. Mathiesen, Aalborg Universitetshospital, Dänemark, hatten einige ihrer besonders schwierigen und ungewöhnlichen Fälle, die unter Verwendung von CERASORB® Foam erfolgreich behandelt werden konnten, mitgebracht und stellten diese zur kollegialen Diskussion.

Prof. Dr. Gerald Zimmermann, Theresienkrankenhaus, Mannheim, konfrontierte die Zuhörer mit der Tatsache, dass die Radiusfraktur statistisch immer noch die häufigste Fraktur im Skelett sei, es jedoch über deren Behandlung kaum Meta-Studien aus der neueren Zeit gebe. Er zeigte an aktuellen Beispielen, wie er Radiusfrakturen mithilfe von Platten in Kombination mit  CERASORB® Foam behandelt. Sein modernes Therapiemanagement deckt somit einen zusätzlichen Aspekt des „Diamond Concepts“ ab, denn es sorgt nicht nur für mechanischen Halt, sondern auch für eine geeignete Matrix zur Unterstützung der Knochenregeneration. Hierbei muss immer eine Infektfreiheit als Grundvoraussetzung für eine ungestörte Knochenheilung gegeben sein.

Von einem spannenden und zukunftsweisenden Thema handelte somit auch der Vortrag von Frau Prof. Dr. Anke Bernstein, Universitätsklinikum Freiburg/Breisgau. Sie erforscht neue Wege zur Behandlung von Osteomyelitis, beispielsweise nach Implantation einer Gelenksendoprothese. Hier hat sie sich speziell dem Freisetzungsverhalten verschiedener Antibiotika aus Calciumphosphat-Keramiken-Trägermaterialien gewidmet und kam zu folgenden Schlussfolgerungen: die TCP Keramiken können mit Antibiotika beladen werden, wobei das Verfahren zur Beladung das Releaseverhalten verändert, die antibiotische Wirksamkeit jedoch nicht negativ beeinflusst wird. Richtungweisend könnte auch der Aspekt sein, dass eine Inkooperation bakterizid wirksamer Metalle in die Keramiken möglich ist.

 

Fazit

Dank der professionellen Moderation von Prof. Dr. Jagodzinski, der offenen Atmosphäre und dem spürbaren Interesse am kollegialen Austausch, gelangen den Referenten und Teilnehmern immer wieder vertiefende verbale Ballwechsel. Die Resonanz am Ende des intensiv erlebten Symposiums fiel einhellig positiv bis begeistert aus. Die Teilnehmer lobten nicht nur die hohe Qualität der Vorträge, sondern verabschiedeten sich mit dem guten Gefühl, aus den spannenden Dialogen und Diskussionsbeiträgen viele neue praxisrelevante Informationen gewonnen zu haben.

Die nächste Veranstaltung dieser Art ist für 2018 angedacht, dann mit verstärkter internationaler Beteiligung. Das Thema Knochenregeneration wird auch in Zukunft für neue Erkenntnisse und einen anhaltend interessanten Gesprächsstoff unter Experten sorgen.

Über die curasan AG:

curasan entwickelt, produziert und vermarktet Biomaterialien und Medizinprodukte für die Knochen- und Geweberegeneration, die Wundheilung und die Arthrosetherapie. Als ein Pionier und weltweiter Technologieführer im Wachstumsmarkt der Regenerativen Medizin, hat sich curasan vor allem auf biomimetische Knochenregenerationsmaterialien spezialisiert, die im Dentalbereich, der Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie in der Orthopädie und Wirbelsäulenchirurgie eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um Materialien, die biologische Strukturen nachahmen. Zahlreiche Patente und eine umfangreiche Liste wissenschaftlicher Publikationen belegen den klinischen Erfolg der äußerst innovativen Produkte von curasan. Weltweit profitieren klinische Anwender im Dental- und Orthopädiebereich vom hochwertigen und anwenderorientierten, breiten Portfolio des Technologieführers. curasan unterhält einen eigenen High-Tech Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionskomplex für Biomaterialien am Standort in Frankfurt/Main. Neben seinem Stammsitz betreibt der Konzern eine Tochtergesellschaft, curasan Inc., in der Research Triangle Park Region, nahe Raleigh, N.C., USA. curasans innovative Produkte sind von der US Food and Drug Administration (FDA) und vielen anderen internationalen Behörden zertifiziert und in rund 50 Ländern weltweit erhältlich. Die Aktien der curasan AG sind im General Standard an der Frankfurter Börse gelistet.

Pressekontakt curasan AG: (Bitte nicht zum Abdruck verwenden!)

Andrea Weidner
Head of Corporate Communications
+49 6027 40 900-51
andrea.weidner@curasan.com

Bilder von der FIT-Veranstaltung 2016